Stellungnahme des Bezirksverbandes BSW Tempelhof-Schöneberg

Allgemein,
21. Mai 2026

Der Bezirksverband Tempelhof-Schöneberg des BSW bewertet die derzeitige Debatte um das Tempelhofer Feld kritisch. Die Architekten Hans Kollhoff und Tobias Nöfer haben einen Entwurf zur Bebauung des Tempelhofer Feldes vorgelegt, der unter anderem in der Berliner Zeitung, im Der Tagesspiegel und in der B.Z. große Aufmerksamkeit gefunden hat. Laut Medienberichten sollen auf rund einem Drittel des Feldes etwa 21.400 Wohnungen entstehen. Die Architekten sprechen dabei von einem notwendigen „Paradigmenwechsel“ in der Berliner Stadtentwicklung.

So wie die Debatte derzeit geführt wird, lehnt das BSW Tempelhof-Schöneberg diesen Vorstoß entschieden ab.

Besonders problematisch ist nach Ansicht des Spitzenkandidaten für die BVV, Marvin Simmons, dass bislang völlig unklar bleibt, „wer diese Planungen konkret beauftragt oder politisch angestoßen hat“. Gleichzeitig falle auf, dass die Initiative wenige Monate vor der Berliner Wahl öffentlich platziert werde. „Das nährt den Eindruck, dass hier bewusst versucht wird, die Debatte um eine Bebauung des Tempelhofer Feldes erneut vorzubereiten und den bestehenden Bürgerwillen schrittweise aufzuweichen“, so Simmons.

Zugleich betont das BSW Tempelhof-Schöneberg, dass die Berliner Wohnungskrise reale Lösungen benötigt. „Uns als BSW ist bewusst, dass eine Mehrheit unserer Wählerinnen und Wähler eine Bebauung des Tempelhofer Feldes grundsätzlich befürwortet“, erklärt Simmons. „Gerade deshalb braucht es aber eine ehrliche, transparente und demokratische Debatte – und keine Politik durch die Hintertür.“

Bürgerinnen und Bürger hätten selbstverständlich das Recht, neue Entscheidungen zu treffen, wenn alle Informationen offen auf dem Tisch liegen. Voraussetzung dafür sei jedoch eine transparente politische Diskussion und eine demokratische Legitimation durch die Berliner Bevölkerung selbst. „Eine Neubewertung des Tempelhofer Feldes kann ausschließlich durch einen neuen Volksentscheid erfolgen“, so Simmons weiter.

In diesem Zusammenhang kritisiert das BSW außerdem, dass der Berliner Spitzenkandidat des BSW, Alexander King, am heutigen Tag (21.05.2026) nicht zum Wahlforum zur Berliner Wohnungspolitik eingeladen wurde. „Hier wird ein politischer Konkurrent bewusst aus wichtigen wohnungspolitischen Debatten herausgehalten, obwohl das BSW inzwischen mehr Zuspruch in Berlin erhält als die FDP“, erklärt Simmons.

Das BSW Tempelhof-Schöneberg spricht sich grundsätzlich für öffentlichen Wohnungsbau und Wohnungen mit dauerhafter Sozialbindung aus. Gleichzeitig warnt der Bezirksverband davor, dass großangelegte Bebauungskonzepte am Ende vor allem Privatisierung und spekulative Interessen begünstigen könnten, ohne dauerhaft bezahlbaren Wohnraum sicherzustellen. Die Berliner Wohnungskrise dürfe nicht als Vorwand dienen, um öffentliche Freiräume unwiderruflich preiszugeben.

Zudem weist das BSW darauf hin, dass Berlin weiterhin erhebliche ungenutzte Baupotenziale besitzt – etwa durch Leerstand, die Umwandlung ungenutzter Büroflächen in Wohnraum sowie die Nutzung bestehender Baulücken und kriegsbedingt unbebauter Flächen im innerstädtischen Raum.

Für das BSW Tempelhof-Schöneberg bleibt daher klar:
„Die Entscheidung über das Tempelhofer Feld liegt bei den Berlinerinnen und Berlinern – nicht bei einzelnen Architekten, politischen Stimmungstests oder interessengeleiteten Konzeptpapieren.“

 

Mit freundlichem Gruß

Marvin Simmons